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DOSBox konfigurieren

DOSBox ist ein Freeware DOS-PC Emulator inkl. integriertem DOS-Betriebssystem, das es u.a. für MacOS, (32/64 Bit), Windows XP, Vista, 7, 8, 10 (32/64 Bit), Linux und Android gibt. DOSBox wird eigentlich entwickelt, um alte DOS-Spiele unter anderen Betriebssystemen spielbar zu machen. Dank dieser Ausrichtung auf ältere DOS-Programme bietet DOSBox eine prima Basis für PC/GEOS.

Die Geschwindigkeit ist auf aktuellen Rechnern und bei korrekter Konfiguration der DOSBox gut.

Das eingebaute DOS ist sehr kompatibel und läuft stabil. Es beinhaltet die zum Starten und Verwalten der "Spiele" notwendigen Befehle und stellt ca. 632 KB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Auf USB-Sticks / USB-Festplatten kann direkt aus PC/GEOS heraus zugegriffen werden.

Als DOSBox-Laufwerk legen Sie im Normalfall einfach einen Ordner auf Ihrer Festplatte fest. Dort hinein kopieren Sie PC/GEOS und andere DOS-Programme. DOSBox benutzt diesen Ordner als Stammverzeichnis für sein virtuelles Laufwerk C:. Sie können bei Bedarf aber auch richtige Festplatten-Images einbinden.

DOSBox konfigurieren

DOSBox verhält sich zwar auf allen Wirtssystemen ähnlich, muss jedoch auf die Eigenheiten der unterschiedlichen Systeme Rücksicht nehmen. Deshalb kann sich die eine oder andere Vorgehensweise geringfügig unterscheiden.

Die DOSBox-Konfigurationsdatei. Neben der offiziellen DOSBox-Version gibt es weitere Builds, die erweiterte Fähigkeiten bieten. Einige von ihnen verwenden eigene Namen für die Konfigurationsdatei, und/oder legen die Datei in unterschiedlichen Ordnern ab. Die Originalversion und die aktuell (Frühjahr 2017) gut funktionierenden MegaBuilds (obwohl offiziell als "veraltet" deklariert) erkennen die Konfigurationsdatei dosbox.conf, wenn sie im gleichen Ordner wie DOSBox selbst liegt. Sie erhält Vorrang vor weiteren Konfigurationsdateien, die sich anderswo im System befinden können.

Wenn Sie wissen, wo sich die dosbox.conf in Ihrem System befindet, kopieren Sie die Datei in den DOSBox-Ordner. Oder erstellen Sie eine neue dosbox.conf, indem Sie DOSBox starten und folgendes eingeben:

  config -writeconf dosbox.conf

Wenn noch kein deutscher Tastaturtreiber aktiv ist, befindet sich das Minus-Zeichen auf der "sz"-Taste. Beenden Sie DOSBox anschließend durch Eingabe des Befehls exit, oder schließen Sie das Programmfenster mit der Maus. Alle Änderungen der DOSBox-Konfiguration werden in dieser Datei vorgenommen, verwenden Sie dazu einen einfachen Text-Editor.

  # Ich bin eine Kommentarzeile

  [sdl]
  fullscreen=false
  fulldouble=false
  fullresolution=original
  windowresolution=original
  output=surface               # oder "opengl"
  autolock=true                # Maus automataisch 'einfangen'
  sensitivity=100              # Mausgeschwindigkeit
  waitonerror=true
  priority=higher,pause        # oder "highest,pause"
  # mapperfile=mapper-SVN.map  # Bei mir aktuell auskommentiert
  usescancodes=true

priority regelt, wie viel Rechenleistung dem Emulator zur Verfügung gestellt wird. Der zweite Wert "pause" stoppt das Programm, wenn es nicht aktiv ist. Das kann notwendig sein, damit der Rechner in den Schlafmodus geht. Andererseits verhindert "pause", dass z.B. Alarm-Programme unter GEOS weiterlaufen, "lowest" oder "lower" ist dann der richtige Wert.


  [dosbox]
  language=german-0.74.lang    # oder "language="
  machine=svga_s3
  vmemsize=2                   # oder "4"
  memsize=16                   # oder "64"

language bindet eine Sprachdatei ein, alle Anzeigen der DOSBox werden übersetzt. Siehe auch den Download-Bereich unten.

machine ist die emulierte Grafikkarte.

vmsize ist die zur Verfügung gestellte Größe des Videospeichers.

memsize ist die zur Verfügung gestellte Größe des Arbeitsspeichers. In einem älteren DOSBox-Forumsbeitrag wird berichtet, dass max. 63 MB freigegeben werden sollten, bei mir funktionieren 64 MB bisher anstandslos.


  [render]
  frameskip=0
  aspect=false
  linewise=false
  char9=false
  multiscan=false
  scaler=none

scaler skaliert das DOS-Programm-Fenster.


  [cpu]
  core=simple          # oder "dynamic"
  cputype=386          # oder "auto"
  cycles=30000         # oder höherer Wert
  cycleup=100
  cycledown=100

core Komplexität des Prozessorkerns auswählen. Macht bei mir keinen Unterschied.

cputype Prozessortyp auswählen. Macht bei mir keinen Unterschied.

cycles Geschwindigkeit einstellen. Aktuell (Frühjahr 2017) scheinen sich ca. 30000 Cycles (getestet unter MacOS) als guter Wert herauszukristallisieren.


  [mixer]
  nosound=false        # oder "true"
  rate=22050
  blocksize=4096
  prebuffer=20

nosound kann die gesamte Soundunterstützung abschalten, falls Sie Probleme mit dem Sound haben.


  [midi]
  mpu401=none          # Abgeschaltet
  mididevice=none
  midiconfig=

  [sblaster]
  sbtype=none          # Abgeschaltet
  sbbase=220
  irq=7
  dma=1
  hdma=5
  sbmixer=false       # Oder "true", um die Lautstärkeregelung zu aktivieren
  oplmode=none
  oplemu=default
  oplrate=22050
  hardwarebase=220

sbtype. Es sollte IMMER ENTWEDER eine Soundkarte ODER der PC-Speaker eingebunden sein, nicht beides zusammen. Dies verhindert Knackgeräusche beim GEOS-Start.


  [gus]
  gus=false            # Abgeschaltet. Andere Einträge unbearbeitet
  gusrate=44100
  gusbase=240
  gusirq=5
  gusdma=3
  ultradir=C:\ULTRASND

  [speaker]
  pcspeaker=true    # Oder "false" bei Verwendung einer Grafikkarten-Emu
  pcrate=22050
  tandy=off            # Abgeschaltet
  tandyrate=22050
  disney=false         # Abgeschaltet

pcspeaker. Es sollte IMMER ENTWEDER der PC-Speaker ODER eine Soundkarte eingebunden sein, nicht beides zusammen. Dies verhindert Knackgeräusche beim GEOS-Start.


  [joystick]
  joysticktype=none    # Abgeschaltet. Andere Einträge unbearbeitet
  timed=false
  autofire=false
  swap34=false
  buttonwrap=false

joysticktype soll gelegentlich in anderen Bereichen Probleme verursachen, daher abgeschaltet.


  [serial]
  serial1=dummy
  serial2=disabled
  serial3=disabled
  serial4=disabled

  [printer]
  printer=false        # Abgeschaltet. Andere Einträge unbearbeitet
  dpi=360
  width=85
  height=110
  printoutput=ps
  multipage=false
  docpath=.
  timeout=0

  [parallel]
  parallel1=disabled
  parallel2=disabled
  parallel3=disabled

  [ipx]
  ipx=false            # Abgeschaltet

  [ne2000]
  ne2000=false         # Abgeschaltet. Andere Einträge unbearbeitet
  nicbase=300
  nicirq=3
  macaddr=AC:DE:48:88:99:AA
  realnic=list

Der Bereich [dos] entspricht der Datei CONFIG.SYS eines echten DOS-Rechners.

  [dos]
  xms=true
  ems=false
  umb=true
  keyboardlayout=none
  files=128

ems = true wird von meinem GEOS nicht erkannt, daher abgeschaltet.

keyboardlayout hat bei mir KR-09 verursacht, daher lade ich im Bereich [autoexec] einen anderen Keyboard-Treiber. Wenn Sie die DOS-Ebene der DOSBox nicht nutzen, brauchen Sie keinen Treiber zu laden.

files sind die maximale Anzahl der gleichzeitig unter DOS geöffneten Dateien.


Der Bereich [autoexec] entspricht der Datei AUTOEXEC.BAT eines echten DOS-Rechners. Beachten Sie die Reihenfolge der Befehle.

Die DOSBox-Macher raten ausdrücklich davon ab, das Hauptverzeichnis der Festplatte (also die gesamte Festplatte) als DOSBox-Laufwerk einzubinden. Die Gefahr, das Dateisystem des Wirtsrechners zu beschädigen ist einfach zu groß. DOSBox-DOS und GEOS kennen sich weder mit langen Dateinamen, noch mit den Zugriffsrechten aus! Tun Sie sich und Ihrem System einen Gefallen und werkeln Sie nicht unter GEOS auf der gesamten Festplatte herum, sondern nur in den Ordnern, die Sie speziell für DOSBox und PC/GEOS angelegt haben.

  [autoexec]
  ECHO OFF
  CLS
  MOUNT C ~/documents/DOSBox_Laufwerk -LABEL DOSBOX_LFW
  MOUNT D /Volumes/STICK1/LFW_D -LABEL STICK1
  PATH C:/DOS;Z:
  LH KEYB.EXE GR >NUL
  C:
  CD /GEOS
  LOADER.EXE
  EXIT

ECHO OFF schaltet die Bildschirmanzeige der meisten DOS-Befehle bei der Ausführung ab.

CLS löscht die vorausgegangenen Anzeigen vom Bildschirm. Beide Befehle sorgen beim Durchstarten nach GEOS für einen 'sauberen' Bildschirm.

MOUNT bindet Ordner Ihrer Festplatte oder z.B. eines USB-Sticks als Laufwerke für DOSBox ein. Je nach Wirtssystem und je nachdem, wo sich auf die Ordner befinden, sehen die Pfadangaben unterschiedlich aus. Mit dem Parameter -LABEL geben Sie dem Laufwerk einen DOS-kompatiblen Namen.

PATH setzt einen Pfad zu den angegebenen Ordnern/Laufwerken. DOS sucht dort nach Dateien, denen keine eigene Pfadangabe mitgegeben wurde. (Wie dem folgenden Keyboard-Treiber.)

(LH) KEYB.EXE GR (>NUL) - Keyb.exe ist ein alternativer Keyboard-Treiber für die DOS-Ebene. Der Parameter GR legt das deutsche Tastaturlayout fest. Der vorangestellte LH-Befehl sorgt für etwas mehr freien Arbeitsspeicher. Der abschließende Umleitungsbefehl >NUL verhindert die Anzeige der Bildschirmhinweise des KEYB-Befehls. Siehe auch Download-Bereich unten.

C: ist der DOS-Laufwerksbuchstabe für die Festplatte. Durch Eingabe des Buchstabens mit Doppelpunkt wechseln Sie auf das Laufwerk.

CD /Ordner wechselt in den angegebenen Ordner. Tragen Sie den Namen Ihres GEOS-Ordners ein.

LOADER.EXE ist die Startdatei für PC/GEOS.

EXIT beendet die DOSBox nachdem GEOS herunter gefahren ist.


DOSBox - Weitere Tipps

  • DOSBox beenden. Tasten Ctrl und F9. Wenn F9 von Ihrem Wirtssystem mit einer Sonderfunktion belegt ist, verwenden Sie zusätzlich die FN-Taste:
    FN und Ctrl und F9.

    Auf der DOS-Ebene durch Eingabe des Befehls EXIT.

  • Mauszeiger für Wirtssystem freigeben. Tasten Ctrl und F10. Wenn F10 von Ihrem Wirtssystem mit einer Sonderfunktion belegt ist, verwenden Sie z.B. zusätzlich die FN-Taste:
    FN und Ctrl und F10.

PC/GEOS konfigurieren

Sie können alle PC/GEOS-Versionen ab Version 2.0 in einen Ordner Ihrer Festplatte kopieren und sofort mit DOSBox benutzen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Ihr GEOS muss sich in einem Ordner befinden, den Sie in der DOSBox-Konfigurationsdatei als Laufwerk eingebunden haben. Wie das geht, ist weiter oben beschrieben.
  • In der Konfigurationdatei von PC/GEOS, der Datei GEOS.INI, muss im Bereich "[System]" die Zeile "FS = NTFAT.GEO" oder "FS = OS2.GEO" eingetragen sein. (Je nachdem welche GEOS-Version Sie benutzen. Schauen Sie einfach im Ordner 'MeinGeos/SYSTEM/FS' nach.) Verwenden Sie zum Bearbeiten der GEOS.INI einen einfachen Text-Editor.
    [System]
    FS = NTFAT.GEO          # oder "FS = OS2.GEO"
    
  • Im Bereich "[screen 0]" muss eine von DOSBox unterstützte Bildschirmauflösung und Farbtiefe eingestellt sein. Um Problemen aus dem Weg zu gehen, benutzen sie zuerst einmal eine Auflösung von z.B. 800x600 Pixel und eine Farbtiefe von 256 Farben. Wenn Sie eine bereits eingerichtete GEOS-Version unter DOSBox nutzen wollen, wählen Sie vor dem Umzug einen passenden Grafiktreiber in den GEOS-Voreinstellungen.

PC/GEOS läuft nach erfolgreicher Installation sehr stabil und zuverlässig in der DOSBox. Abgesehen von dem weiter unten beschriebenen Umlaute-Problem hatte ich in all den Jahren ganz wenig Abstürze oder andere Nervereien.

PC/GEOS - Weitere Tipps

  • EeePC und GEOS mit 1024 x 600 Pixel. In der GEOS.INI sind folgende Einträge notwendig:
      [ui]
      xScreenSize = 1024
      yScreenSize = 575
      xFieldSize = 1024
      yFieldSize = 575
    

    Der GEOS-64k-Grafiktreiber funktioniert.

Probleme / Bugs

  • Keine Umlaute in DOS-Dateinamen und DOS-Verzeichnisnamen möglich. Dies betrifft auch die DOS-Namen von GEOS-Programmen/-Dokumenten. Sie können das Problem auf mehreren Wegen umgehen.

    Wenn Sie in DOSBox/GEOS einer neuen GEOS-Datei einen Namen geben, sind erst ab dem neunten Buchstaben Umlaute möglich, oder verwenden Sie die Ersatzzeichen ae, oe, ue.

    Wenn die Namen schon bestehender GEOS-Dateien fehlerhaft angezeigt werden, beenden Sie DOSBox und ändern Sie die DOS-Namen von Ihrem Wirtsbetriebssystem aus. Aus ÄPFEL.000 machen Sie z.B. APFEL.000 - Der GEOS-Name der Datei bleibt dabei inkl. der Umlaute vollständig erhalten. Achten Sie auf die Beschränkung für DOS-Namen: Maximal acht Zeichen sind erlaubt. Am Besten verwenden Sie nur die Buchstaben des englischen Alphabets, die Zahlen 0 bis 9 und den Unterstrich.

    GEOS-Dateien, die aus einem GEOS-System ohne DOSBox stammen, können Sie unter Ihrem Wirtsbetriebssystem in ein ZIP-Archiv packen. Wenn Sie das ZIP-Archiv anschließend unter DOSBox/GEOS mit GeoZip entpacken, erkennt GeoZip die unerlaubten Zeichen und ersetzt sie im DOS-Namen der Datei durch Unterstriche. Hierbei bleiben die GEOS-Namen der Dateien inkl. der Umlaute vollständig erhalten - gute Methode. Mit Dateien, die unter DOS gezippt wurden, klappt das leider nicht.

  • Maximal 256 Farben mit DOSBox 0.74 / MegaBuild 6 unter OS X. Mit älteren DOSBox-Versionen gehen auch 64k Farben, allerdings laufen die nicht so geschmeidig und lassen sich nicht sehr hoch übertakten.
  • Taste < > (spitze Klammern) und Taste ° ^ (Grad, Caret) sind auf der Tastatur vertauscht. Kann man evtl. anpassen, habe ich mich aber noch nicht mit beschäftigt.

Downloads

  • Übersetzungsdatei für DOSBox 0.74 / MegaBuild 6 herunterladen - Ersetzt die Bildschirmanzeige des DOSBox-DOS durch deutschsprachige Strings. Nur notwendig, wenn Sie direkt mit DOSBox-DOS arbeiten. Legen Sie die Datei "german-0.74.lang" in dem Ordner Ihres Wirtssystems ab, in dem sich das Programm DOSBox befindet. Ausserdem sind im ZIP-Archiv eine dosbox.conf und eine deutsch übersetzte README.TXT enthalten.
  • KEYB.EXE herunterladen - Deutscher Tastaturtreiber für die DOS-Ebene. Nur notwendig, wenn Sie direkt mit DOSBox-DOS arbeiten. Am besten legen Sie den Ordner DOS inkl. des Treibers im Hauptverzeichnis Ihres virtuellen DOSBox-Laufwerks C: ab.
  • Sofort lauffähige DOSBox/GEOS-Testversionen für Windows und OS X - InfoBase Testversionen-Seite.

Weiterführende Links

© Bernd Mützel Aktualisiert 10.08.2015 Impressum Zum Seitenanfang